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Schätzthesaurierungen

Das neue Investmentsteuergesetz, das zum 01.01.2018 in Kraft getreten ist, sieht vor, dass die Besteuerungsgrundlagen für Publikums-AIFs/OGAWs mit Stichtag 31.12.2017 bis zum 31.12.2018 im Bundesanzeiger veröffentlicht werden dürfen (vgl. BMF-Schreiben vom 09.04.2018). Hintergrund dieser um acht Monate verlängerten Frist ist, dass zusätzlich alle Fonds mit abweichendem Geschäftsjahr zum 31.12.2017 ein sogenanntes steuerliches Rumpfgeschäftsjahr (verbunden mit einer Thesaurierung der Erträge) einlegen mussten und somit für sämtliche in- und ausländischen Fonds Besteuerungsgrundlagen für diesen Zeitpunkt zu veröffentlichen sind. Zur Vereinfachung können Kapitalanlagegesellschaften gemäß einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 8. November 2017 (AZ IV C 1 – S 1980-1/16/10010 :010) Schätzthesaurierungen vornehmen.

Sofern die Kapitalanlagegesellschaft das vereinfachte Verfahren zur Anwendung gebracht hat (Anwendung eines Schätzwertes), hat die Kapitalanlagegesellschaft eine Korrektur der Thesaurierungswerte im Bundesanzeiger anzuzeigen, wenn die später ermittelten tatsächlichen steuerlichen Thesaurierungswerte zum 31. Dezember 2017 um mehr als 30 % von dem verwendeten Schätzwert abweichen. 

Ist die Korrektur durch die Kapitalanlagegesellschaft im Kalenderjahr 2018 erfolgt, so hat die depotführende Stelle die entsprechende Korrektur abgerechnet und somit die steuerliche Richtigstellung durchgeführt.

Ist die Korrektur durch die Kapitalanlagegesellschaft erst nach 2018, also ab dem 01.01.2019 erfolgt, so ist der Anleger verpflichtet gemäß Anwendungsschreiben vom 19.12.2019, RZ 56.2., die Unterschiedsbeträge im Rahmen des Veranlagungsverfahrens selbst zu erklären, wenn die zu Lasten des Anlegers anzusetzenden Unterschiedsbeträge mindestens 500 € betragen (§ 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 Satz 10 und § 13 Absatz 4b Satz 3 InvStG 2004).

Zudem ist der für den Stichtag 31. Dezember 2017 ermittelte fiktive Veräußerungsgewinn im Zeitpunkt der tatsächlichen Veräußerung des Alt-Anteils nach § 56 Absatz 3 Satz 1 InvStG im Rahmen der Veranlagung um die Unterschiedsbeträge zu korrigieren, für die nach § 8 Absatz 5 InvStG 2004 eine Korrektur erforderlich ist (vgl. auch Rz. 196a und Anhang 6 des BMF-Schreibens vom 18. August 2009, BStBl I S. 931).

Der fiktive Veräußerungsgewinn ist nicht zu korrigieren,

  • bei einem bestandsgeschützten Alt-Anteil oder
  • wenn eine Berücksichtigung der Unterschiedsbeträge im Veranlagungsverfahren unterblieben ist, z. B. weil die zu Lasten des Anlegers anzusetzenden Unterschiedsbeträge weniger als 500 Euro betragen (§ 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 Satz 10 und § 13 Absatz 4b Satz 3 InvStG 2004)

Eine Korrektur durch die depotführende Stelle wird durch das BMF Anwendungsschreiben ausdrücklich ausgeschlossen und kann daher nicht erfolgen. Auch ein entsprechender Ausweis auf Ihrer Steuerbescheinigung kann aus diesem Grund durch uns nicht erfolgen.

Das Vorgehen bei betrieblichen Anlegern entnehmen Sie bitte dem BMF Anwendungsschreiben vom 19.12.2019.

Unter diesem Link finden Sie die Liste mit den Fonds, bei denen die Korrektur der Schätzwerte erst nach dem Steuerjahr 2018 erfolgt ist.

Ein von Null, bzw. Blank abweichender Wert in der Spalte „(ED134) Delta pro Anteil“ bedeutet, dass

der tatsächliche steuerliche Thesaurierungswert zum 31. Dezember 2017 um mehr als 30 % von dem verwendeten Schätzwert abweicht.

Vorgehensweise:
Der individuelle Depotbestand in den aufgeführten Gattungen zum 31.12.2017, multipliziert mit dem jeweiligen Deltawert pro Anteil ergibt den Unterschiedsbetrag, der bei Überschreiten der Schwelle von 500,- € im Veranlagungsverfahren vom Steuerpflichtigen selbst zu erklären ist.

Unter diesem Link finden Sie die Liste mit den Fonds, bei denen die Korrektur der Schätzwerte erst nach dem Steuerjahr 2018 erfolgt ist.

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